Ein kurzer Gartenrundgang im August 2020

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Auch wenn das Frühjahr dieses Jahr eine Herausforderung war (Wassermangel! 3 Monate lang), bin ich mit dem Gartenjahr schon mal zufrieden. Denn so ganz langsam rückt die Selbstversorgung näher.

Seit über 3 Wochen habe ich kein Gemüse mehr gekauft 🙂

Und das, was ich jetzt brauche sind lediglich Zwiebeln (mal wieder ein Reinfall) und Kartoffeln (wie immer zu wenig). Ansonsten ernte ich jeden Tag etwas und manchmal ist es auch genug zum einfrieren/einkochen.

Was gibt es aktuell zu ernten?

  • Tomaten
  • Grüne, gelbe und lila Bohnen + Trockenbohnen
  • Ölzucchini (jung wie Zucchini)
  • Mangold
  • Brokkoli
  • Frühlingszwiebeln
  • Petersilie, Basilikum und weitere Kräuter
  • Salat
  • Kartoffeln
  • Äpfel
  • Herbsthimbeeren
  • Ananaskirschen
  • Holunderbeeren

Und wie sieht der jetzt Garten aus?

Fangen wir an im Waldgarten

Apfelbäume, Stangenbohnen und Topinambur im Waldgarten

Hier seht ihr links den kleinen Apfelbaum „Feys Rekord“ mit Früchten dran. Dann das Stangenbohnen-Tipi mit den Körner- bzw. Trockenbohnen. Dahinter schaut der große Apfelbaum hervor und ganz rechts seht ihr Topinambur.

Der Gemüsegarten

Im ersten Beet wollte einfach nicht das wachsen, was wachsen sollte: Möhren, Zwiebeln, Schalotten und Malabar-Spinat. Die Möhren sind nicht aufgelaufen und die 2 Reihen Zwiebeln wurden mal wieder von den Schnecken gekillt.

Was macht man mit so einem Beet, wenn man nicht weiß, ob sich doch noch etwas bekrabbelt? Ein Experiment natürlich. Darf ich vorstellen:

Das „Gebrauchte Gemüse-Beet“

In die freien Flächen zwischen den Reihen habe einfach mal verschiedene Gemüse-Reste aus der Küche eingebuddelt. und zwar habe ich immer so ca. 1 cm von der Wurzel/dem Schaft dran gelassen und das dann in die feuchte Erde gesteckt.

  • Möhren: hat nicht geklappt. Die Schnecken haben sich gefreut
  • Pastinake: hat etwas länger überlebt, wurde aber auch weg gefressen
  • Frühlingszwiebeln: funktioniert prima 🙂
  • Porree/Lauch: funktioniert auch gut
Das "Gebrauchtes Gemüse-Beet" mit Frühlingszwiebeln, Mangold und Porree und dahinter kümmerlicher Malabarspinat

Den jämmerlichen Malabar-Spinat sieht man im Schneckenkragen. Dann wären da noch die Strünke der Mangoldpflanzen vom letzten Jahr die wieder austreiben. Die jungen, zarten Blättchen machen sich prima im Salat. In der Mitte ist der Porree mit einigen Frühlingszwiebeln

Wieder austreibender Porree

Hier seht ihr das eingebuddelte Stück Porree wie es Wurzeln bildet und in der Mitte wieder einen Schaft treibt.

Das Spargelbeet

Spargelbeet mit Gründüngung und selbst ausgesätem Kürbis

Es ist ein bisschen überwuchert. Ich sollte nur noch niedrige Pflanzen als Bodendecker verwenden. Aber im Kompost vom Beet sind so viele tolle Sachen gekeimt, da konnte ich es nicht übers Herz bringen die direkt wieder auszureissen: Tomate, Mangold, Ananaskirschen und der Riesenkürbis.

Frühbeet & Co

In diesem Beet ist der Boden einfach noch nicht zu gebrauchen. So richtig wachsen tut da nichts und dazu ist es noch besonders trocken, da im Hintergrund Büsche stehen. Hier werde ich wohl erst noch mal mit Gründüngung experimentieren bevor etwas anständig wächst.

verkümmerter Mais im Frühbeet

Kümmerlicher Mais. Im Frühbeet ist er wenigstens aufgelaufen, obwohl ich auch neben dem Frühbeet fleissig gegossen habe. Aber durch die Wände des Frühbeets hielt sich die Feuchtigkeit hier wohl wesentlich besser. Außerhalb ist keine Pflanze aufgelaufen.

Schlecht wachsende Kürbispflanzen

Eigentlich sollten hier Kürbisse den gesamten Boden bedecken, aber sie kümmern ebenfalls. Wenigstens hat es dieses Jahr mit den Kürbissen überhaupt geklappt. Die letzen Jahre waren die Schnecken schneller und haben gleich die Jungpflanzen beseitigt.

Ein desaströses Beet in dem so gut wie nichts wächst

Und weiter geht das Drama: das Beet vor der Haustür der Rötelmaus. Das Rötelmaus-Problem hat sich zwar inzwischen von selbst gelöst (die Population ist wohl zusammengebrochen. Ich habe keine Fraßschäden mehr und sehe kaum noch Mäuse), aber das Beet ist für dieses Jahr verloren. Kein Butterkohl, kein Salat und der Boden sieht auch nicht besser aus.

Kartoffelmulchbeet

Leeres Kartoffelbeet mit Tomaten im Hintergrund

Die Kartoffeln habe ich etwas früh geerntet, da auf einmal die Wühlmaus dieses Beet entdeckt hatte. Der Ertrag war nicht hoch, aber dafür habe ich jetzt ein Beet statt einem Stück Rasen. Dahinter seht ihr eine prachtvolle Tomate, nicht wahr?

Inzwischen habe ich das Beet mit Spinat und Phacelia eingesät, damit es im Winter nicht unbedeckt ist.

Jetzt die etwas erfreulicheren Beete:

Fruchtansatz bei der Herbst-Himbeere

Die Herbsthimbeeren haben reichlich Früchte angesetzt und fangen langsam an zu reifen.

Das ehemalige Kartoffelbeet wurde mit Roter Beete und Salat bepflanzt

Das ist das andere Kartoffelbeet. Hier hat die Wühlmaus so gewütet, dass ich die letzen Pflanzen in Kübel gesetzt habe. Von der dann gesäten roten Bete ist leider nicht viel aufgelaufen. Dafür ist der Salat gut angewachsen und vielleicht schaffe ich es noch rechtzeitig Pak Choi dazwischen zu setzen.

Das Bohnen-Auberginen-Beet, dahinter das Kohlbeet mit einem prachtvollen Markstammkohl

Voilá! Mein ganzer Stolz: das schönste Bohnenbeet das ich jemals hatte! Die Buschbohnen stehen teilweise einen halben Meter hoch. Die Stangenbohnen dahinter werfen auch reichlich Erträge ab. Nur die Auberginen, die ich testweise dazwischen gesetzt habe sind sehr unterschiedlich entwickelt.

Auberginenanbau im Freiland und die Frage: Was fehlt ihnen?

Ich habe versucht Auberginen im Freiland anzubauen. Aber irgendwas ist komisch. Ich habe 8 Pflanzen vorgezogen. Alle gleich gut entwickelt. 2 habe ich verschenkt und diese haben sich wohl prächtig gemacht und hatten schon viele Früchte, als meine gerade erst am blühen waren.

2 habe ich an die Südseite des Stangenbohnen-Tipi gesetzt. Gut, hier ist der Boden nicht optimal. Sie stehen an der Rasenkante. Eine wuchs mäßig, die andere ist total verkümmert.

4 stehen hier im Bohnenbeet.

Freiland-Auberginen nach der Pflanzung Mitte Mai

So sahen sie bei der Pflanzung Mitte Mai aus. Alle gleich entwickelt.

Die oben rechts ist gut gewachsen und konnte schon beerntet werden.

Die Aubergine unten recht ist komplett eingegangen. Die beiden links haben lange gebraucht um ans wachsen zu kommen und sind so mittelprächtig.

Erntereife Auberginen

So sieht es unter dem Blätterdach aus. Die Auberginen sehen zwar nicht wie im Geschäft aus, aber so 12-15 cm sind sie schon lang. Das kommt auf demFoto nicht so richtig raus.

Woran kann das liegen? Da zumindest für diese 4 der Boden und Standort gleich ist, schätze ich, dass eine sofort einen geeigneten Symbiose-Partner gefunden hat und die anderen eben nicht oder erst später. Was meint ihr? Kann das Bodenleben dafür verantwortlich sein? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar dazu.

Das Kohlbeet

Auch das ist dieses Jahr prachtvoll: ich hatte noch nie so kräftigen Kohl. Nur leider passt das Timing bei meinem Kohl nie: der Kohlrabi sollte längst geerntet sein, um dem Spitzkohl und den roten Beten Platz zu machen, aber der hat einfach noch keine anständigen Knollen gebildet.

Kohlrabi, Mangold, rote Bete und Spitzkohl

Die Knolle ist noch zu klein zum ernten. Da bin ich mir mit meinen Mäusen wenigsten einig 😉

Erbsen, Tomaten und Zucchini

Das Tomatenbeet mit Petersilie und Basilikum unterpflanzt

Zwischen Kohlbeet und Tomaten ist noch ein kleines Beet, das gerade frisch bepflanzt wurde. Vorne rechts kommen dann die Zucchini.

Die Erbsen habe ich schon vom Beet genommen und dafür Grünkohl, Salat und Mangold gepflanzt

Dann kommt das Tomatenbeet. Das sah in den letzen Jahren auch schon mal besser aus. Die ersten 3 Tomaten in der Reihe, also oben, sind total kümmerlich. 2 Früchte und dann haben sie das Wachstum eingestellt. Keine Ahnung was da nicht geklappt hat. Möglicherweise sitzt die Wühlmaus da unten. Der Topinambur daneben ist jedenfalls plötzlich verschwunden.

Was aber ganz gut funktioniert hat, ist die Unterpflanzung der Tomaten: In eine Mulchschicht habe ich abwechselnd Petersilie, Kopfsalat, Basilikum und Hirschhornwegerich gepflanzt.

Die Salate sind schon geerntet, die Petersilie wuchert ohne Ende, der Basilikum wird regelmäßig beerntet. Nur der Hirschhornwegerich hat sich etwas schwerer getan. Ich glaube der steht nicht so auf Mulch.

Zucchinibeet mit Schlangenzucchini als Pyramide

Hier das Zucchini-Beet: 3x Ölzucchini (leider mit starkem Mehltau) und in der Mitte die Schalngenzucchini „Serpente di Sicilia“

Die Ölzucchini habe ich als Alternative zur normalen Zucchini ausprobiert, und ich muss sagen das hat geklappt. Während die normalen immer von Schnecken geköpft wurden und ohne Triebspitze nicht mehr weiter wachsen konnten, haben die Ölzucchini dank den Kürbissen in der Verwandschaft auch schon mal verzweigte Triebe, so dass auch eine Pflanze ohne Triebspitze überlebt. Und so habe ich nach 3 Jahren endlich wieder eigene Zucchini!

Die Ölzucchini hat noch weitere Vorteile:

  • Sie ist kleiner und wächst nicht ganz so schnell wie normale. Daher fällt die übliche Zucchini-Schwemme eher klein aus.
  • Sind doch mal zu viele junge Zucchini da (die jungen schmecken wie normale Zucchini), kann man diese ausreifen lassen und erhält mit etwas Glück Kürbiskerne (Zucchini und Kürbis sind näher verwand als man meinen könnte. Die Ölzucchini ist nämlich eine Zucchini die mit dem Gleisdorfer Ölkürbis gekreuzt wurde. Resultat: die Kerne haben durch einen Gendefekt keine Schale. Praktisch für den Koch.)
Fast ausgereifte Ölzucchini

So sieht die fast ausgereifte Frucht aus: mit hübschen gelb-orangen Streifen. Die jungen Früchte sehen aus wie normale Zucchini

In der Mitte wächst die Schlangenzucchini. Diese Pflanze wuchert und verzweigt sich extrem. Aber immerhin kann sie alleine klettern, wenn man ihr ein stabiles Klettergerüst baut. Auch die habe ich als Ersatz für normale Zucchini probeweise angebaut. Allerdings bisher ohne Erfolg. Sie blüht ohne Ende, es bilden sich kleine Früchte, aber diese faulen oder werden gelb statt auszureifen.

Gelbe und braun faulende Früchte an der Schlangenzucchini

In der Mitte sind 3 junge Früchte. Die ganz rechts ist ganz frisch. Die daneben wird schon gelblich und die daneben hat eine braune Stelle.

Ich schätze mal das liegt an der Witterung. Ich habe gehört, dass Gurken dieses Jahr überhaupt nichts geworden sind und meine Ölzucchini haben auch Mehltau ohne Ende, was ich so nicht kenne.

Aber die gute Nachricht: die Schlangenzucchini hat wunderschöne Blüten, die ganz hervorragend nach Gurke schmecken. Und da die Blüten zum Abend hin aufgehen kann man sie prima beim abendlichen Gartenrundgang naschen.

Sonstiger Garten

Dieses Frühjahr habe ich eine Esskastanie gepflanzt.

Esskastanie Bouche de Betizac

Veredelte Esskastanie der Sorte „Bouche de Betizac“ (Mitte, ich muss in der Ecke mal wieder etwas frei schneiden)

Eigentlich hätte ich noch eine 2. als Bestäuber gebraucht, die kann aber erst im Herbst gepflanzt werden. Trotzdem habe ich eine Frucht dran.

Erste Frucht der Esskastanie

Eine weibliche Blüte führte gleich zu einer Frucht.

In etwa 300 m Entfernung habe ich eine Esskastanie als kleinen Baum an einer Straße gefunden. Aber ich hätte nie gedacht, dass der Pollen bis zu meinem Bäumchen kommt. Da sind nämlich ein Hügel und mindestens 3 Häuserreihen dazwischen. Aber es hat wohl funktioniert.

So, und zum Abschluss noch mal die Gesamtansicht vom Gemüsegarten.

Gemüsegarten Ende August 2020

Das Foto ist von heute. Da es gestern leider ziemlich gestürmt hat sehen einige Pflanzen ziemlich gerupft aus.

Auch ja, und ein typisches Ernte-Foto habe ich auch noch.

Geerntete Tomaten, Äpfel, Trockenbohnen und Ananaskirschen

Eine der täglichen Ernten. Diesmal mit Tomaten, Trockenbohnen, Äpfeln und Ananaskirschen

 

 

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