Meine Erfahrungen mit der Kamtschatka-Heckenkirsche bzw. Maibeere oder Honigbeere (Lonicera kamtschatica): die ersten 2 Jahre

Vorletztes Frühjahr sah ich in einem Gartencenter zufällig ein paar Maibeeren und habe 2 Töpfe mitgenommen. 2 Töpfe weil ich vorher schon gelesen hatte, das wohl mindestens 2 Pflanzen für eine gute Befruchtung benötigt werden.

Die Pflanzen sahen kräftig aus und hatten schon dicke Knospen. Ich weiss nicht mehr genau, wann ich sie gepflanzt habe aber es muss sehr zeitiges Frühjahr gewesen sein. Oder doch im Herbst davor? Tja, hätte ich beim Pflanzen ein Foto gemacht, wüsste ich es…

Ansprüche, Standort und Pflanzung der Maibeere

Als Standort habe ich mir zwei eher schattige Plätzchen ausgesucht: einmal im Halbschatten neben einer Fichte in der Nähe der großen Hasel und einmal unter der Hasel am Zaun. Der zweite Platz kriegt zwar von oben niemals Sonne, aber die niedrig stehende Wintersonne scheint hier immer lange drauf. Der Standort schien mir passend, denn die Maibeere soll sich im Halbschatten recht wohl fühlen. Eine passende Pflanze für den Waldgarten also. Und Feuchtigkeit mag sie auch ganz gerne, dass passt also perfekt zu meinem nassen Garten.

Maibeere im Halbschatten im 1. Frühjahr

Hier neben der Fichte habe ich erst mal in 1,5 m Abstand um das Pflanzloch herum alle Fichtenwurzeln abgestochen, damit es nicht sofort zu Wurzelkonkurrenz zwischen den beiden Flachwurzlern kommt.

Blüte und Früchte

Es hat auch gar nicht lange gedauert bis beide Sträucher geblüht haben, mit wunderschönen, hellgelben Glöckchen.

Hellgelbe Blüten der Maibeere

Schade dass die Sträucher so niedrig sind und langsam wachsen. So sieht man die hübschen Blüten gar nicht so gut.

Frost ist bei Maibeeren kein Problem. Sie stammen aus Kamtschatka und Sibirien und sind daher vollkommen frosthart. Die ersten Blüten erscheinen bei mir so ab Ende März und gehen bis in den Juni hinein. Aber ich habe wohl mit “Russlana” eine eher späte Sorte.

Leicht versetzt zur Blüte entwickeln sich die Fruchtansätze. Leider habe ich aber bis jetzt keine einzige Maibeere probiert: sie müssen unglaublich gut schmecken, denn sobald eine Maibeere auch nur anfing rötlich zu werden, wurde sie sofort von irgendeinem Tier weg gefressen 🙁

Ich werde es nächstes Frühjahr mal mit Vogelschutznetzen versuchen. Meine Maibeeren reiften über mehrere Wochen immer wieder nach, so das das Tier immer wieder ernten konnte.

Kleines Missgeschick: Falscher Standort führte zu Totalausfall

Die eine Maibeere stand ja sehr schattig, genauer gesagt zu schattig. Sie wurde schnell von Efeu überwuchert und weil der Efeu auch den Zaun hoch geklettert ist, durch den die einzigen Sonnenstrahlen kamen, blieb ihr nicht mehr genug Licht. Während die Pflanze im Halbschatten im 2. Jahr wieder fleissig blühte, zeigte sich bei der Schattenpflanze keine einzige Blüte. Und sie war auch etwas kleiner.

Wenige Wochen später stellte ich dann fest, dass auch an der Halbschattenpflanze keine einzige Frucht dran hing. Das deute ich mal als klaren Hinweis darauf, dass man 2 Pflanzen für die Befruchtung braucht. Meine beiden Sträucher sind zwar die gleiche Sorte, aber sie scheinen genetisch nicht identisch zu sein.

Schlecht wachsende Maibeere am falschen Standort

Hier wird die Maibeere nicht glücklich: zu schattig, zu viel Konkurrenz durch Efeu und Bäume

Um so einen Reinfall nicht noch einmal zu erleben, habe ich Maibeere noch mal ausgegraben und an einen schönen Halbschattenplatz in die Nähe der ersten gepflanzt. Es heisst zwar im Internet, umpflanzen mögen Maibeeren überhaupt nicht, aber das ist allemal besser als gar keine Früchte.

Die umgepflanzte Maibeere an einem helleren Standort

Die Maibeere an ihrem neuen Platz. Hier kriegt sie sogar noch die letzte Herbstsonne ab und auch der nächste Baum steht weit genug entfernt.

Also, sobald ich mal Früchte geerntet habe, werde ich ein Update zur Maibeere bringen…

2 thoughts on “Meine Erfahrungen mit der Kamtschatka-Heckenkirsche bzw. Maibeere oder Honigbeere (Lonicera kamtschatica): die ersten 2 Jahre

  1. Ralf

    Hi, da es nie ein update gab vermute ich, Du hast nie Früchte ernten können? Das hält mich dann jetzt doch davon ab, solche Pflanzen zu kaufen. Hatte ich eigentlich vor, denn ich dachte, das wären schöne Naschfrüchte für meine Kinder. Gut, dass es solche Blogs wie Deinen gibt, wo man Erfahrungen finden kann, die großspurige Marketingversprechen korrigieren! LG Ralf

    Reply
    1. Silke Post author

      Hallo Ralf!
      Ja, dieses Jahr gab es wieder keine Früchte. Aber das dachte ich mir schon, da ich die eine Pflanze ja umgepflanzt habe. Das vertragen Maibeeren wohl gar nicht gut.
      Ich glaube, man braucht einfach sehr viel Geduld bei der Maibeere. Für Kinder gibt es da bestimmt passenderes zum Naschen. Z.B. Himbeeren, Erdbeeren oder was bei meinem Sohn sehr beliebt ist: Erbsen direkt aus der Hülse geknabbert. Rhabarber und Sauerampfer findet er auch toll.

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