Warum es sich lohnt, sein eigenes Gemüse anzubauen – 7 gute Gründe

Wer erzählt, dass er/sie sein eigenes Gemüse anbaut, hört häufig Sätze wie „Das lohnt sich doch überhaupt nicht.“
Wenn man nur die finanzielle Seite betrachtet mag das stimmen. Aber es gibt auch noch viele gute Gründe es trotzdem zu tun. Ich habe mal einige zusammengestellt.

Unübertroffene Frische

Der Salat wird im Garten geerntet und landet nur Minuten später auf meinem Teller. Da kann kein Supermarkt mithalten. Das ist gerade bei Salat und Blattgemüse ein Unterschied den man auch schmeckt oder besser an der Konsistenz erlebt.

Mein Gemüse ist Verpackungsfrei

Vielleicht gehört auch ihr zu den Leuten die die in einen Plastikschlauch eingeschweisste Salatgurke im Supermarkt angeekelt liegen lassen, weil sie sich denken „Wer ist denn auf diese blöde Idee gekommen!?“. Und wenn es nur die Gurke wäre! Aber nein, Unmengen an Gemüse ist in völlig sinnlose Verpackungen gezwängt, die den persönlichen Müllberg von jedem einzelnen unnötig vergrößern. Aber da mache ich nicht mit. Mein Gartengemüse hat keine überflüssige Verpackung und ist folglich auch nicht mit Weichmachern aus der Verpackung belastet.

Minimale Transportwege

Mein Gemüse wird da produziert, wo es auch gebraucht wird: in der Nähe meiner Küche. Hier werden weite Transportwege eingespart, da das Gemüse eben keine Liefer- und Verarbeitungskette quer durch Deutschland oder gar weltweit hinter sich hat. Damit spare ich CO2, LKWs die die Straßen ruinieren und Staus verursachen und niemand kommt auf die Idee mein Gemüse 3 Bundesländer weiter zu transportieren, weil irgendein Verarbeitungsschritt dort vielleicht günstiger ist.

Der Erhalt alter, samenfester Sorten

Ich versuche gezielt alte Sorten anzubauen, denn diese sind vom Aussterben bedroht. Ich möchte mir nicht von irgendeinem Multinationalen Konzern vorschreiben lassen, wie eine Karotte aussieht. Vielleicht will ich auch mal blaue, gelbe oder weiße anbauen. Noch haben wir die Wahl, aber leider verschwinden jeden Tag alte Sorten, weil es einfach keine Nachfrage mehr gibt. Dagegen kann ich ganz leicht etwas tun und erhalte so ein kleines Stück genetische Vielfalt und damit auch ein Stück des Erbes meiner Vorfahren und meiner Kultur.

Bergischer Butterkohl

Diese Wirsingsorte aus dem Bergischen Land wäre um ein Haar ausgestorben und das obwohl sie in der Region durchaus noch bekannt und nachgefragt ist. Ich bin schon sehr gespannt auf den Geschmack 🙂

Sorten, die auf Grund des Geschmacks selektiert wurden

Das ist definitiv einer der wichtigsten Punkte. Die Sorten die ich hier anbaue haben vielleicht nicht immer die perfekten Eigenschaften, aber in Punkto Geschmack sind einige Schätze dabei. So z.B. meine Lieblingstomatensorte die „Rose von Bern“ oder „Berner Rose“. Eine unglaublich leckere Tomate. Mit der kann es eine Anti-Matsch-Tomate, die auch nach 6 Wochen noch unverändert aussieht einfach nicht aufnehmen.

3 prachtvolle Früchte der Rose von Bern oder Berner Rose, leider mit Gelbkragen

Die Berner Rose hat sehr große, rosarote Früchte, die unglaublich saftig, süß und lecker sind. Leider reissen sie am Stil leicht ein, was zu Schimmel führen kann. Und Rispen mit mehreren großen Tomaten sollten abgestützt werden, da die einfach zu schwer werden. Auch zum Platzen neigt mein Liebling nach dem Regen. Aber ich baue sie trotzdem an!

Perfekter Erntezeitpunkt

Erdbeeren werden allgemein geerntet wenn sie reif, also rot sind. Bei mir werden sie geerntet, wenn sie dunkelrot sind. Im Geschäft findet man meist nur hellrote Erdbeeren. Der Unterschied im Geschmack ist aber gewaltig! So süß und saftig wie in meinem Garten ist kaum eine Supermarkterdbeere. Bei meiner überschaubaren Ernte kann ich es mir leisten, den perfekten Erntezeitpunkt für jede einzelne Erdbeere abzuwarten.

Auch diese schönen Erdbeeren können ruhig noch einen Tag länger hängen

Diese Erdbeeren dürfen gerne noch einen Tag Sonne tanken…

Weniger Lebensmittelvergeudung, da auch die krumme Bohne gegessen wird

Wer sein Gemüse über Wochen und Monate gehegt und gepflegt hat, der schmeisst es nicht weg, nur weil es krumm ist oder ein paar Schönheitsfehler hat. Die eigene Ernte wird vollständig verwertet. Dann macht man sich auch die Mühe eine 5-Beinige Möhre zu schälen oder eine Schneckenfraßspur mühsam aus einer Bohne heraus zu schneiden. und so wird automatisch die Lebensmittelverschwendung, von der wir sonst gar nichts mitbekommen, reduziert.

Auch grüne Kartoffeln und Kartoffeln mit Köpfchen sind essbar. Wichtig- das Grüne muss weggeschnitten werden!

Kinder freuen sich besonders über das etwas andere Gemüse. Besonders, wenn mal wieder eine herzförmige Kartoffel dabei ist. Bei mir reicht es bisher leider nur zu diesen Kartoffeln mit Köpfchen 😉 Auch die grünen Kartoffeln haben wir übrigens gegessen, aber natürlich nur, nachdem das Grüne schon abgeschnitten war. Das ist nämlich Solanin-haltig und damit leicht giftig. Aber wie gesagt: einfach abschneiden und trotzdem essen!

 

 

 

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