Warum zu spät manchmal genau richtig ist – oder wie ich meine Stangenbohnen vor den Schnecken gerettet habe…

Der Gärtner kennt das: sobald die Eisheiligen Mitte Mai anstehen, kribbelt es schon in den Fingern, weil all die Setzlinge endlich ins Beet wollen/sollen/müssen. Tomaten, Paprika, Kohl, Kürbisse, alles stapelt sich vor den Fenstern und ist eigentlich schon einen Tacken zu groß…

So ging es mir natürlich auch. Bis ich all meine Pflänzchen in der Erde hatte und dann auch noch die dringensten Aussaaten ausgesäht hatte, vergingen Wochen. Und irgendwie waren die Bohnen ganz hinten auf der To Do Liste gelandet.

Die Buschbohnen habe ich noch Ende Mai in die Erde gekriegt, die Stangenbohnen noch mal 2 Wochen später. Die Buschbohnen wurden dann auch kaum dass sie gekeimt waren von den Schnecken überrollt. Da halfen auch die Schneckenkragen nichts. Alles ordentlich angefressen. Aber immerhin haben sie sich wieder erholt.

Viel zu spät gesät und trotzdem erfolgreich

Bei den Stangenbohnen sah das anders aus. Als diese Mitte Juni in die Erde kamen, hatte der Sommer schon begonnen und damit die Trockenheit. Das hat den Schnecken gar nicht gefallen und sie haben sich in Punkto Schaden anrichten zurück gehalten.

Bohnenbeet zur Aussaat der Stangenbohnen- die Erde war knochentrocken

Die Stangenbohnen wurden in trockene Erde gesät, die Buschbohnen hatten nicht dieses Glück: Pflanze Nr. 4 ohne Kragen wurde kaum angefressen und ist schön kräftig. Die letzte Pflanze in der Reihe wurde gleich 2x abgefressen und hat diesen Rückschlag bis heute nicht aufgeholt.

Als ich die Stangenbohnen gesät habe war die Erde schon richtig abgetrocknet. Da fühlt sich keine Schnecke wohl. Wegen der Trockenheit habe ich die Stangenbohnen dann fleissig gegossen, bis die Keimlinge gerade aus der Erde raus kamen.

Keimende Stangenbohnen

Bis zu diesem Stadium sind die Bohnen für die Nacktschnecken uninteressant, aber sobald das erste Keimblatt sich zeigt, wird’s gefährlich…

In diesem Stadium habe ich angefangen mit Kakaoschalen zu mulchen. Der hält Schnecken zumindest fern, so lange es trocken ist. Aber das ist ja dieses Jahr kein Problem. Vorher mulchen lohn sich nicht: der Mulch erschwert das giessen, da das Wasser sehr leicht abperlt und dahin fliesst wo es nicht hin soll.

Stangenbohnen mit Kakaoschalen als Mulch und Schneckenabwehr

Gemulchte Stangenbohnen. Nächstes Jahr werde ich eine Vertiefung zum besseren Gießen um die Stangen ergänzen.

Stangenbohnen mit Keimblättern und Kakaoschalen als Schneckenschutz

Hier sind die Bohnen eine Woche später zu sehen: Kaum ein angenagtes Blättchen. Ein ganz anderes Bild als bei den Buschbohnen.

Und was sagen die Schnecken dazu?

Kakaoschalen stoppen die Nacktschnecke auf ihrem Weg zu den frisch gesähten Bohnen

Na, läuft bei euch im Kopf schon der Horrorfilm ab? 😉 Aber keine Angst! Für diese Stangenbohnen gab es ein Happy End: die Schnecke kostete die Kakaoschalen und machte sich dann wieder auf den Weg in die Wiese. Die Abschreckung hat funktioniert.

Mein Fazit: Das Wetter, oder besser die Trockenheit, hat einen erheblichen Einfluss auf den Schneckenfraß und damit auf die Entwicklung meines Gemüses.

Während die Buschbohnen herbe Rückschläge erlitten haben, von denen sich noch immer nicht alle Pflanzen erholt haben, gab es bei den Stangenbohnen dieses Jahr kaum Verluste. Wahrscheinlich habe ich durch das späte Aussähen dieses Jahr stärkere Pflanzen bekommen, als wenn sie 2 oder 4 Wochen früher in der Erde gewesen wären, denn dann hätten die Schnecken sich sicherlich auch an den Stangenbohnen satt gefressen. Und diese Schäden kurz nach dem Keimen scheinen der Pflanze viel Kraft zu nehmen.

Stangenbohnen und Buschbohnen im August

Und so sieht das Beet heute aus: nicht optimal, da ich mit dem Gießen am Anfang zu sparsam war, aber ich bin zufrieden und freue mich auf die Ernte 🙂

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