Es ist Frühling! Start des ersten Aussaat-Experiments: Saubohnen (auch Puffbohnen oder Dicke Bohnen genannt)

Es blüht im Garten. Seit ein paar Tagen stehen die Schneeglöckchen und die frühen Krokusse in den Startlöchern. Die Schwänze an der Hasel werden immer länger. Damit ist jetzt offiziell Vorfrühling. Sagt zumindest der phänologische Kalender.

Was ist der phänologische Kalender?

Der phänologisher Kalender orientiert sich ausschließlich an dem, was gerade wächst, blüht und piepst und leitet daraus die an dem jeweiligen Ort herrschende Jahreszeit ab. Es gibt bestimmte Zeigerpflanzen und -tiere und wenn diese in einer bestimmten Phase sind (z.B. Blüte, Blattaustrieb, Gesang, etc.) dann ist in der Regel eine bestimmte Bodentemperatur, Helligkeit und Lufttemperatur erreicht.

Man beobachtet also was im Garten passiert, zieht Rückschlüsse auf die Temperatur und damit die Jahreszeit und weiss dann, was man pflanzen kann.

Der phänologische Kalender hat übrigens 10 Jahreszeiten. Frühling, Sommer und Herbst sind in jeweils 3 Jahreszeiten unterteilt. Und da in meinem Garten jetzt die Schneeglöckchen blühen ist hier jetzt Vorfrühling.

Schneeglöckchen kurz vor der Blüte

Wenn die Sonne auf die Schneeglöckchen scheint, öffnen sich die Blüten.

Etwas präziser ist die Blüte der Hasel. Das ist die offizielle Zeigerpflanze für den Vorfrühling. Und da ich sowieso gerade dabei bin meine Hasel auszulichten und ein bischen Kaminholz zu ernten, konnte ich mir die Blüten bequem aus der Nähe ansehen.

Männliche und weibliche Blüten der Hasel

Hier links im Bild ist die winzige, unscheinbare weibliche Blüte: eine Knospe mit einem kleinen, roten Puschel. Rechts im Bild die viel größeren männlichen Blüten, die wie Würmer aussehen. Am blühen sind diese erst wenn sie sich geöffnet haben, so dass die Pollen (gelbe Knubbel) zu sehen sind.

Und was bedeutet der Vorfrühling für den Garten?

Was erst mal stutzig macht, ist dass es jetzt schon los geht. Wir haben immerhin noch Januar und das ist eigentlich mitten im Winter. Dieses Jahr war der Januar sehr warm. Was also machen? Die Bodentemperatur dürfte jetzt bei etwa 5-6° C liegen. Laut Phänologie könnte ich jetzt schon im Frühbeet Radieschen, Spinat und Pflücksalat aussähen.

Obwohl es noch einen Tacken zu Früh ist habe ich ein Experiment gestartet:

Experiment: Aussaat von Saubohnen / Puffbohnen / Dicken Bohnen

Eigentlich soll man die erst zur Huflattichblüte sähen (kann nicht mehr lange dauern, wenn ich mir den Wetterbericht so ansehe), aber da die Keimtemperatur für Saubohnen bei mindestens 0,4 °C liegt dachte ich mir, ich kann es mal ausprobieren. Also habe ich Testweise 10 Samen die ich noch übrig hatte gesäet und noch mal 10 Samen von einer anderen Sorte.

Gemulchte Wiese im Frühjahr

Dieses Stück Wiese hatte ich letztes Jahr ordentlich mit Gras- und Rasenschnitt gemulcht. Aktuell wächst da nur noch Löwenzahn.

Experiment mit im Januar ausgesähten Saubohnen

Zwischen den Stöckchen sind jeweils 10 Samen Saubohne der Sorten Hangdown Grünkernig und Grootbohnen ausgesäet.

Das ist natürlich nur ein Teil der Aussaat. Den Rest werde ich in weiteren Versuchsreihen versetzt aussäen und dann mal schauen, was am besten gelingt. Ich bin gespannt 🙂

 

 

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