Der Frühling lässt sich Zeit, also wie die neue Gartensaison beginnen? Mit dem Vorziehen von Pflanzen natürlich.

So, also nach meinem letzten Blogpost wissen wir jetzt alle:

Ich bin als Wetterfrosch völlig unqualifiziert.

Es ist eben doch ein riesiger Unterschied zwischen „Ich hab da mal was gelesen“ und ich kann das praktisch anwenden.
Ja, zu dem Zeitpunkt als ich den Frühling angekündigt hatte, war der Boden schon so warm, dass die ersten Frühlingspflanzen blühten. Aber die Phänologie zeigt eben nur den aktuellen Status des Bodens an und nicht die Zukunft, sprich die Wettervorhersage. Der erfahrene Gärtner sollte wohl beides berücksichtigen.

Also noch mal ausführlich:

Kaum rufe ich den Frühling aus, steht der Winter vor der Tür!

Das Wetter war richtig kalt und frostig in den letzen Tagen und es gab ordentlich Schnee und Eis. Also keine guten Bedingungen, um irgendwas im Garten zu machen. Aber immerhin, in den schönen Tagen davor habe ich schon mal in weiser Voraussicht ein bisschen Komposterde von meinem Komposthaufen geerntet. Der wurde dann mit meiner lehmigen Gartenerde gemischt und so hatte ich eine prima Anzuchterde.

In der Mitte sieht man reifen Kompost unter der oberen Schicht

Komposthaufen nach einem Jahr: er ist auf ca. 1/3 zusammengesunken

Anzuchterde selber machen

Nur meinen Gartenboden als Anzuchterde zu verwenden kann ich vergessen. Das ist zwar einer der besten Böden die es gibt, was z.B. den Lehm- und Humusanteil angeht, aber die Erde ist viel zu schwer.

Junge Pflanzen haben es da nicht leicht, da nach ein bisschen Gießen die oberste Erdschicht sofort verklebt und steinhart wird. Was dem Boden fehlt ist grobes organisches Material, wie z.B. Kompost, das den Boden auflockert und dafür sorgt, dass das Wasser schneller abfließt. Dennoch finde ich es irgendwie sinnvoll die Pflanzen direkt schon an den Boden zu gewöhnen, in dem sie später stehen werden.

Ich brauche also Kompost. Nun, meine beiden Komposthaufen sind schon arg zusammen gesunken und viel ist da nicht zu holen, aber gerade für die Jungpflanzen-Anzucht sollte man natürlich die beste Erde nehmen, die man hat. Kümmerliche Pflanzen auspflanzen macht schließlich keinen Spaß. Also habe ich schon mal für die ersten Töpfe meinen Gartenboden mit gesiebtem Kompost vermischt. Das sieben musste sein, damit ich nicht zu grobe Pflanzenteile in den Töpfen habe.

Kleiner Tipp: In dem alten Komposthaufen waren keine Kompostwürmer mehr zu finden. Daran erkennt man, dass der Kompost reif ist. Wären da noch Würmer zu sehen, hätte ich die oberste Schicht wieder über den Haufen gepackt, damit die Bewohner keine kalten Füße bekommen.

Kompost auf dem Kompostsieb

Die noch nicht verrotteten Pflanzenteile habe ich einfach auf den anderen Komposthaufen geworfen, der gerade noch aufgeschichtet wird.

Gesiebter Kompost für die Anzuchterde

Und so sieht das Ergebnis aus: feinkrümeliger Kompost

Muss man die Anzuchterde erhitzen um Unkraut abzutöten?

Das habe ich mal gelesen und es macht natürlich Sinn um Unkraut abzutöten, aber mal ehrlich: dann geht das Bodenleben auch gleich über den Jordan! Diesen Tipp halte ich für dämlich. Dann zupfe ich lieber vorsichtig Unkraut und lasse die Unterwelt für mich arbeiten. Den Unterschied sieht man sofort. Ich hatte 2 Töpfe fertig gemacht und mit ins Haus genommen. Wenn ich mir die jetzt, nach ein paar Tagen im Warmen genau ansehe, ist da ganz schön viel los: winzige Bodenlebewesen laufen da herum und zwar etliche verschiedene Arten. So sah das noch nie bei meinen Zimmerpflanzen aus.

Was kann man im Februar schon aussähen?

Fertige Anzuchtschale mit eigener Anzuchterde

So sieht die vorbereitete Anzuchtschale bei mir aus.

Angefangen habe ich mit Paprika und Chili. Die sind auch schon fleissig am Keimen. Der Topf kam vor die Heizung (auf der Heizung wäre wohl zu warm gewesen, daher hab ich die Töpfe nur davor gestellt). Jetzt, als ich gesehen habe, dass die ersten Samen Wurzeln bilden, kam der Topf direkt an das Südfenster.

In einem 2. Topf habe ich Ananaskirschen und ein paar Pflücksalat-Samen ausgesäat. Ananaskirschen sind mit der Physalis oder Andenbeere verwand, sie sind aber wesentlich kleiner. Der Vorteil ist, dass die Ananaskirschen auch in unserem Klima rechtzeitig reif werden. Letztes Jahr hatte ich die auch schon und habe festgestellt, dass die Sämlinge äußerst empfindlich sind. Einmal einen Tag zu spät gegossen und schon sind die ersten Pflanzen vertrocknet. Da muss man reichlich aussähen. Aber es loht sich: die Beeren sind richtig lecker und mein Sohn liebt sie heiß und innig.

 

Den Salat muss ich immer in geringen Dosen aussähen. Einmal weil wir nicht so wahnsinnig viel Salat essen und weil ich festgestellt habe, dass wirklich jeder Samen aufgeht. Also lieber 1x im Monat ein paar Samen aussähen, als plötzlich 50 Salatpflanzen zu haben, die einfach nicht mehr in den Garten passen.

Im 2. Schwung kamen dann noch Blumenkohl und Brokkoli dazu.

Ich werde berichten, wie sich die Pflänzchen weiterhin machen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*