Wildgemüse aus dem eigenen Garten ernten – 6 Arten kurz vorgestellt – #700Arten

Wenn ihr auf der Suche nach dem ultimativen Motto für faule Gärtner seid, dann wäre das hier mein Favorit:

Das ernten, was von alleine wächst.

Kein aussäen, kein jäten, kein gießen usw. einfach nur ernten. Das klingt doch wunderbar. Es gibt natürlich eine Reihe an Wildgemüse, die recht häufig vorkommen, aber können die es wirklich mit dem „normalen“ Gemüse ausnehmen? Ich habe ein paar Wildgemüse verkostet und hier kurz beschrieben.

Der Bärlauch – ein Klassiker in der Küche von heute

Bärlauch - Blatt und Blüte sind essbar

Beim Bärlauch ist so ziemlich alles essbar, nicht nur die Blätter. Ihr könnte also auch mal die Blüten abzupfen und über den Salat streuen, das sieht super aus.

Aber Achtung: Bärlauch solltest ihr nur sammeln, wenn ihr ihn eindeutig identifizieren könnt! Denn er wird öfter mit dem giftigen Maiglöckchen oder der ebenfalls giftigen Herbstzeitlose verwechselt!

Also wenn der Bärlauch bei euch im Garten wuchert (und das tut er überall, wo er sich wohl fühlt), dann könnt ihr reichlich ernten. Der Geschmack ist knoblauchartig. Für Pesto ist er prima geeignet, aber auch einzelne Blättchen im Salat oder als Bärlauchbutter ist er sehr zu empfehlen.

Der Löwenzahn – ein Allroundtalent

Löwenzahn - Taraxacum sect. Ruderalia Blüter, Knospe und junge Blätter

Ich hab einfach mal die jungen Blätter, Blüten und die gebratenen Knospen in den Salat geworfen. Die geröstete Wurzel ist auch essbar.

Der Löwenzahn lässt sich vielseitig einsetzen. Allerdings ist die leichte Bitternote nicht jedermanns Geschmack. Der Gehalt an Bitterstoffen richtet sich aber auch nach dem Erntezeitpunkt und dem verwendeten Pflanzenteil.

So sollen die ganz jungen Blätter die im Schatten wachsen weniger Bitterstoffe enthalten. Das gleiche bei den Knospen. Diese lassen sich wohl jung einlegen, aber auch etwas ältere Knospen in Butter gebraten mit Pfeffer und Salz sind was besonderes. Ich fand sie ausgesprochen flauschig vom Bissgefühl her und sie machten sich gut über einem Salat oder mit Brot.

Mein Favorit ist eindeutig der aus der gerösteten Wurzel gewonnene Sirup. Ein herrliches Karamellaroma! Aus den Blüten kann man auch Sirup machen, aber das ist mir noch nicht gelungen.

Knoblauchsrauke oder Lauchhederich – ein netter Snack

Knoblauchsrauke Lauchhederich - Alliaria petiolata

Von der Knoblauchsrauke werden vor allem die Blätter verwendet. Einige essen gleich die ganzen Stängel.

Auch die Knoblauchsrauke hat ein Knoblaucharoma. Und da sie dann wächst, wenn der Bärlauch schon in die Blüte gegangen ist, kann sie diesen als Salatwürze gut ersetzen.

Allerdings solltet ihr die Knoblauchsrauke vielleicht nicht in den Waldgarten pflanzen, denn sie bildet einen Stoff, der Pilze, also Mykorrhiza, die junge Bäume beim keimen benötigen, hemmt. Ein Beispiel für Allelopathie laut Wikipedia.

Spitzwegerich – dann doch lieber als Heilpflanze

Spitzwegerich - Plantago lanceolata - Knospen und Blätter

Knospen und junge Blätter können gegessen werden

Ich habe im Internet gelesen, dass die Knospen des Spitzwegerichs ein herrliches Champignon-Aroma haben sollen oder sogar an Trüffel erinnern, aber das kann ich beim besten Willen nicht bestätigen. Sie haben ein eigenes Aroma, aber das ist vor allem recht grasig, mit einer leicht nussigen Note. Von Pilz wirklich weit entfernt.

Die Blätter schmecken grasig, wenn sie älter sind leicht bitter und sollten daher nur jung gepflückt werden. Immer mal ein paar im Salat machen sich gut. Aber ansonsten würde ich den Spitzwegerich doch lieber als Heilpflanze nutzen als als Gemüse.

Gundermann oder Gundelrebe – sehr eigen aber sparsam dosiert eine Bereicherung

Gundermann Gundelrebe - Glechoma hederacea

Junge Triebe mit Blüten und zarten Blättern

Gundermann würde ich auch mal zu den wuchernden Unkräutern zählen. Der ist einfach nicht klein zu kriegen und so gut wie überall zu finden.

Den typischen Duft der Pflanze riecht man schon auf Entfernung und erst recht wenn man mit der Hand drüber streicht. Pur ist der Geschmack ziemlich intensiv aber auch das ist wieder ein Kraut das sich sparsam dosiert ganz gut im Salat macht. Ich streue auch gerne mal ein paar abgezupfte Blüten über den Salat. Das sieht toll aus.

Sauerampfer – davon kann man nicht genug haben

Sauerampfer - Rumex acetosa

Vom Sauerampfer sollten nur die jungen Blättchen gegessen werden. Die älteren haben einen zu hohen Oxalsäure-Gehalt, genau wie z.B. Rhabarber.

Sauerampfer wuchert bei uns in der feuchten Wiese. Und wenn er nicht gerade in voller Blüte steht gibt es immer ein paar Blättchen zu ernten. Das feine, saure Aroma wertet jeden Salat auf. Und auch in Desserts könnte ich ihn mir gut vorstellen…

Auch Sauerampfer ist eine prima Salatzutat, nur dass man mit diesem nicht ganz so sparsam umgehen muss. Da können ruhig ein paar Blättchen mehr genommen werden. Und auch zum Naschen im vorbei gehen ist er prima geeignet. Mein Sohn liebt ihn und kaut gerne mal auf einem Blatt herum.

So, und da ich ja immer noch das Ziel habe 700 Arten in meinem Garten nachzuweisen, füge ich mein Wildgemüse gleich mal der Liste hinzu:

  • Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) – #26
  • Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) – #27
  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata) – #28
  • Gundermann (Glechoma hederacea) – #29
  • Sauerampfer (Rumex acetosa) – #30

 

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