Rückblick: das Gartenjahr 2018. Was hat funktioniert, was nicht und was wird geändert

Winter ist ja immer eine gute Garten-Planungszeit und da es ja Sinn macht aus Fehlern zu lernen, habe ich mal wieder zusammen getragen, was im letzten Gartenjahr gut oder weniger gut lief.

Was nicht funktioniert hat

Same procedure as last year: die Nacktschnecken sind ein Problem und haben mal wieder ein Drittel bis die Hälfte aller Erträge zunichte gemacht.

Wenn ich mich recht erinnere wurde folgende Aussaaten

  • direkt nach dem Auflaufen weg geputzt: Rote Beete (erste Aussaat), Mangold, Spinat (2x), Dill, Möhren 2, Grünkohl-Setzlinge, Mairübchen
  • im Jungpflanzen-Stadium aufgefressen:
    Möhren 1, Rucola (einjährig), Wachsbohnen, Kartoffeln
  • Folgende Setzlinge wurden kurz nach dem Anwachsen immer wieder abgefressen:
    Steckzwiebeln ca. 20 cm hohe Pflanzen, alle Kürbisse an 4 verschiedenen Standorten (ca. 8-12 Stk.), alle Zucchini, Kohlrabi, Chili, Paprika

und wahrscheinlich habe ich noch so einige vergessen.

Rote Beete mit Tagetes und Brokkoli in Mischkultur

Zumindest die 2. Aussaat der Roten Beete hat Ergebnisse geliefert.

Schlussfolgerungen:

1. Meine Schnecken lieben Zwiebelgewächse.

Sobald sie die einmal entdeckt haben, war’s das. Frühlingszwiebeln, Winterheckenzwiebel, Steckzwiebeln, Saatzwiebeln, alles spurlos verschwunden. Knoblauch bleibt allerdings unberührt. Da werde ich wohl weiter experimentieren müssen, bis ich die passende Sorte gefunden habe.

2. Ölzucchini sind besser als normale Zucchini.

Seit 3 Jahren versuche ich mich an der Anfängerkultur Zucchini. Jedes Mal mit dem gleichen Ergebnis: eine hungrige Nacktschnecke frisst den Pflanzen die Triebspitze ab und damit ist die Saison gelaufen. Das Problem ist, dass man immer 2 Zucchini-Pflanzen benötigt, da diese sich gegenseitig befruchten müssen.

Mir wurde letztes Jahr nur eine Pflanze geköpft. Da normale Zucchini immer nur an der vordersten Triebspitze wachsen ist die eine Pflanze nicht mehr weiter gewachsen und hat damit auch keine Blüten mehr gebildet und die andere Pflanze hat munter geblüht, hatte aber keinen Bestäuber mehr in Reichweite. Also ein Totalausfall.

Dieses Jahr habe ich 2 Ölzucchini und eine normale gepflanzt. Die Ölzucchini wurden mit einem Kürbis gekreuzt und können quasi Schalenlose Kürbiskerne in ausgereiften Zucchini produzieren. Der Vorteil dieser Sorte ist, dass sie wie ein Kürbis auch Seitentriebe bilden, wenn der Haupttrieb abgeknabbert wurde. Daher werde ich nächstes Jahr mehr Pflanzen ziehen und vor allem auf Ölzucchini setzen. Und wenn es doch mal zu einer riesigen Zucchini-Schwemme kommt, lasse ich die Früchte einfach ausreifen und freue mich über die Kerne 🙂

Zucchini und Ölzucchini mit Schneckenfraß

Hier waren einmal 3 Zucchini: oben eine normale (stark angegriffen), vorne rechts (weg!) und links eine Ölzucchini. Die Ölzucchini rechts hat als einzige überlebt.

3. Beim Mangold werde ich statt der Direktaussaat wohl mal Setzlinge ausprobieren.

Im ersten Jahr hat das mit der Direktaussaat noch prima geklappt. Dann hat sich rumgesprochen dass Mangold für Schnecken essbar ist und seitdem war’s das. Da man nur wenige Mangoldpflanzen braucht und größere Pflanzen nur noch angeknabbert, aber nicht mehr ausgelöscht werden, sollte sich der Mehraufwand lohnen.

Aussaat: immer noch ein schwieriges Thema

Beim Feldsalat sind die Reihen sehr unregelmäßig und häufig gar nicht aufgelaufen. Vielleicht die falsche Saattiefe? Bei einer 2. Aussaat bekam ich keine einzige Pflanze zu sehen. Bei ettlichen anderen Kulturen war es ähnlich. Der passende Aussaatzeitpunkt ist eh eine Kunst für sich…

Feldsalat Kölsche Palm

Hier müssten eigentlich 4 durchgehende Reihen Feldsalat zu sehen sein. Was mache ich falsch?

Was gut funktionierte:

Freiland-Tomaten ohne gießen

Dank einer dicken Mulchschicht musste ich meine Tomaten dieses Jahr nicht gießen. Und das bei dem Hitze-Sommer 2018! Aber so schlimm fiel dieser hier bei uns gar nicht aus. Es kam immer mal wieder ein kleiner Schauer runter, so dass sogar der Rasen das ganze Jahr über grün blieb. Sicher wäre es eine größere Ernte mit gießen geworden, aber dafür habe ich eben Arbeit gespart.

Tomaten mit dicker Mulchschicht gegen Trockenheit

Die erste Mulchschicht bestand aus Gras und Unkraut. Später kam dann noch eine dicke Lage dünne, belaubte Äste drüber. Das hat prima funktioniert. Ach ja, die Pfähle für die Tomaten waren viel zu niedrig. Das wird sich auch ändern.

Kulturen, mit denen ich zufrieden war

Zuckererbsen, rote Beete, Salat, Butterkohl, Buschbohnen, Stangenbohnen, Chili, Paprika

Und Brokkoli: Dieser ist den Sommer über zwar kaum gewachsen, weil es wohl einfach zu warm war, aber im Herbst gab es dann endlich die erste Ernte und viele Seitentriebe die bis in den Winter hinein geerntet werden konnten.

Frisches Wintergemüse

Mit dem Anbau von winterharten Gemüse-Sorten wollte ich eigentlich erst dieses Jahr anfangen. Aber wie das halt so ist, standen da ein paar Gemüse viel zu lange auf dem Beet bis sie geerntet wurden. Und siehe da: leichte Nachtfröste haben bei folgenden Kulturen keinerlei Schaden angerichtet: Pak Choi, Zuckerhut-Salat, Butterkohl, Brokkoli, Rote Beete. Diese waren bis in den Dezember/Januar hinein noch wunderbar.

Wild-Pilze

Hier ist mir aufgefallen, dass diese wegen dem trockenen Sommer einfach viel später gewachsen sind. Sorten, die sonst im August zu finden sind, kamen erst im Herbst, wie z.B. mein Riesenchampignon. Zum Teil waren die Pilze mehrere Monate zu spät dran.

Beerenobst

Was prima geklappt hat, war die nahtlose Versorgung mit frischen Beeren von Juni bis Juli. Immer wenn eine Ernte zur Neige ging, startete die nächste. Details hatte ich ja schon im Gartenrundgang beschrieben. Jetzt muss ich nur noch passende Sorten ab August ergänzen. Da steht z.B. noch eine Brombeere auf der Wunschliste.

Trockenheits-resistente Gründüngung: Tatarischer Buchweizen

Ich hatte da so eine Stelle im Garten wo vorher ein Bauschutt-Container stand. Nackte, stark verdichtete Erde. Da hier eh nichts wuchs, habe ich Ende Juni einfach mal ein paar Buchweizen-Samen ausgesäat und angegossen. Und siehe da: trotz der Trockenheit sind diese gewachsen. Ohne weiteres gießen. Zwar nicht besonders üppig, aber immerhin…

Buchweizen keimt auch bei Trockenheit und einmaligem angießen

Hier sind die Keimlinge in der trockenen Erde zu sehen…

Tatarischer Buchweizen wächst trotz Trockenheit im Hitzesommer 2018

…und so sah das ganze einen Monat später im August aus.

Was ich nächstes Jahr anders machen werde…

Pläne für 2019: ich brauche ein Anzucht- und Abhärtungshaus für Setzlinge

Dieses Jahr hatte ich gleich bei mehreren Setzlingen Probleme bei der Abhärtung. Und zwar ziehe ich diese je nach Art entweder auf der Fensterbank oder im ungeheizten Windfang vor. Dort stehen sie hinter Glas. Bevor ich sie ins Beet pflanze, müssen die Jungpflanzen an die Außentemperatur und UV-Strahlung im Garten gewöhnt werden. Dazu stelle ich sie für gewöhnlich für ein paar Tage an einen schattigen Platz vor dem Haus. Da sind sie ziemlich Schnecken-sicher.

Dieses Jahr wurden allerdings die meisten Setzlinge von Grünkohl, Butterkohl, Brokkoli und Blumenkohl vom Kohlweißling überrumpelt: plötzlich waren die meisten Blätter oder ganze Jungpflanzen weg. Und als ich dann die Raupen fand und absammeln konnte, war es für viele Pflanzen schon zu spät.

Fraßspuren der Kohlweißlingsraupen an den Butterkohl-Setzlingen

Die Hälfte der Butterkohl-Setzlinge ist an- oder aufgefressen. Dabei sind die doch noch so klein. Aber die Raupen waren eben noch kleiner und kaum zu erkennen.

Daher werde ich mir dieses Jahr ein kleines Anzuchtgewächshaus aus Drahtgaze bauen, in dem die Pflanzen UV-Licht abbekommen, aber auch vor Insekten geschützt sind.

Und wie weit ist die 100%ige Selbstversorgung?

Das ist noch ein seeehr weiter Weg.

Zum Trocknen aufgehängte Salbei-Blätter für Salbeitee

Aber zumindest beim Salbeitee dürfte ich dieses Jahr bei 100% Selbstversorgung liegen 😉

Hm, der Artikel ist mal wieder viel länger geworden als geplant. Ich hoffe es war interessant. Und jetzt mache ich mich wieder an die Planung für 2019 🙂

Da steht eine Erweiterung des Waldgartens und eine Wildobst- und Nutzholz-Hecke auf dem Programm. Und ich werden ein paar Beiträge zum Thema Waldgartenplanung und Apfelbäume nachreichen.

2 thoughts on “Rückblick: das Gartenjahr 2018. Was hat funktioniert, was nicht und was wird geändert

  1. Kathrin

    Hallo, das Schneckenproblem hatte ich auch. Massiv. Aber die Betonung liegt auf “hatte”! Seit gut zwei Jahren haben wir zwei Laufenten. Und seitdem frisst uns nur noch das Reh unsere Ernte weg :o) Nein, im Ernst, ich kann das wirklich nur empfehlen!

    Reply
    1. Silke

      Hallo Kathrin!
      Ja, die Laufenten stehen auch noch auf meinem Wunschzettel 🙂
      Aber bisher kam die Anschaffung nicht in Frage, da mir eine Urlaubsbetreuung für die Kleinen fehlt. Danke jedenfalls für den Tipp. Vielleicht finde ich ja noch eine Lösung.

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